Handarbeit aber preiswert

Mit dieser aussagekräftigen Betreff-Zeile schreibt uns mit einer russischen Mailadresse ein angeblich deutscher Händler, der uns irgendwelche Kunstbäume verhökern will. Und wir sollen doch bitte  gleich die entsprechende Internetseite aufsuchen. Die sich dann aus dem vorigen (Internet)-Mittelalter stammend entpuppt und mit einem Programm erstellt wurde, welches es seit 2003 nicht mehr gibt:

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Eine kurze Recherche ergab dann die bei dem schon sattsam bekannten “Geschäfts”-Modell vom “Creativhandel” üblichen Punkte. Fangen wir bei den Preisen an: bei der Spammerseite kostet ein Ficus-Baum mit einer Höhe von 1,50 Meter 69 €. Dazu kommt noch die natürlich nicht ausgewiesene Mehrwertsteuer und die Versandkosten von 19 €, was dann insgesamt 101,11 € ausmacht – und das dann auch noch ohne Topf, was man aber der Bestellseite nicht entnehmen kann. Bei einem willkürlich ausgesuchten seriösen Händler in Deutschland bekommt man das gleiche Produkt, aber mit Topf, für insgesamt 79,71 €. Und diese Preisdifferenz ist nicht nur eventuell ein Ausrutscher, sondern lässt sich über ausnahmslos alle angebotenen Produkte des Spammers verfolgen. Creativ-Handels-Methode eben.

Ein Impressum fehlt natürlich, irgendwo findet man in fast nicht lesbarer kleinen Schrift einen Vermerk:

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Die angegebene Adresse gibt es. Allerdings handelt es sich um eine Reifenwerkstatt:

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Warum nun ein angeblich deutscher Händler mit griechischem Namen und russischer Mailadresse die Daten der Domäne verschleiert, weiß der Betrüger natürlich selbst am besten  – es ist ja ein reines Betrugsgeschäft:

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Also nichts neues bei den Gaunern.